Diskriminierung! Bürger mit alten Handys sehen sich benachteiligt!

handyverbot

Die 53-Jährige Renate H. schimpft: „Es ist wirklich eine Frechheit! Die ganzen
Jugendlichen dürfen ohne Ende an ihren Dingern rumspielen und ich darf noch nicht mal kurz mit meinem Mann telefonieren!“

Eine unglückliche Wortwahl? Vielleicht. Doch eines ist klar: Beinahe unsichtbar
findet bei der VGWS seit Jahren eine heftige Diskriminierung statt. Renate H. ist
nicht die einzige, die sich aufregt. Auch der Frührentner Iller K. ist empört.
„Ich werde mir ganz sicher kein neues Handy kaufen, nur um Bus fahren zu dürfen!“, sagt er.
Seit Jahren ist das Problem vorhanden – nur haben es die Wenigsten bisher mitbekommen.
Unscheinbare, quadratische Sticker im Bus weisen darauf hin: „Handys verboten!“ Doch so klar ist die Botschaft offenbar doch nicht.

„Die ganzen jungen Leute haben kein Problem, mit ihren modernen Smartphones reinzukommen, herumzuspielen und Musik zu hören. Dann schaue ich mir mein Handy an und merke, dass ich gerade einfach ausgeschlossen werde.“, sagt Renate H.

Der „Grund“? Renates Handy besitzt kein LTE, kein Bluetooth, keinen Touchscreen und keinen App Store. Dafür ein Gewicht von ca. 600g, ein monochromes Display und eine kleine herausragende Antenne. Modelle dieser Art werden in Bussen der VGWS nicht geduldet. Warum? Auf den ersten Blick gibt es keinen erkennbaren Grund.

Wir fragen nach in der VGWS Geschäftsstelle. Nach zähem Ringen erklärte sich dort Herr Bernd Brumm, Pressesrecher des Unternehmens bereit, bierSiegen eine Stellungnahme zu geben:

„Moderne Smartphones verfügen über einen 3,5mm Kopfhöreranschluss. Mit Anschluss eines Headsets kann der entstehende Lärm und die damit verbundene Beeinträchtigung der anderen Fahrgäste reduziert werden. Ältere Modelle mit Antenne besitzen keine derartige Vorrichtung und stellen damit eine permanente Belästigung für andere Mitreisende dar.“

Klingt zunächst einleuchtend, doch auf die Nachfrage unseres Reporters, ob die VGWS gedenke, demnächst auch Besitzern des neuen iPhone 7 von Apple die Mitfahrt zu verweigern, enthält sich Herr Brumm jedes Kommentars.

Inkonsequent, finden wir in der Redaktion. Die VGWS sollte dringend darüber nachdenken, das Verbot auch auf das iPhone 7 auszuweiten, um dem Diskriminierungsvorwurf zu entgehen.

„Oder man sollte dieses alberne Verbot einfach ganz aufheben.“, bemerkt Renate gegen Ende des Gesprächs. Eine höchst liberale und diskussionsfähige Auffassung. Diskutieren Sie mit uns! Wir werden Sie über alles Aktuelle zum Thema auf dem Laufenden halten.