„Siegener Zeitung“ sorgt für Verwirrung: Überall vergriffen, Webseite überlastet!


Die Aufregung um die Schließung der City-Galerie hatte offenbar einen enormen Effekt auf die Popularität eines kleinen lokalen Blattes mit dem Namen „Siegener Zeitung“. Ein Redakteur hatte die Nachricht, dass die Siegener City-Galerie wegen Nichteinhaltung einer EU-Richtlinie schließt (bierSiegen berichtete) aufgegriffen und, möglicherweise durch unseriöse Quellen beeinflusst, einen Artikel verfasst, in dem er das Gegenteil behauptete und bierSiegen obendrein als eine Seite bezeichnete, die „Fake News“ verbreite. Die Verwirrung in der Siegener Bevölkerung war daraufhin groß: Über 100 Bürger riefen bei der City-Galerie an, um sich zu erkundigen, welche Nachricht richtig sei. Dort erreichten sie jedoch zunächst nur schlecht informiertes Servicepersonal, das ihnen fälschlicherweise versicherte, die City-Galerie habe geöffnet wie immer.

Heute wurde zudem von Kioskbetreibern eine ungewöhnliche Nachfrage nach der „Siegener Zeitung“ bemerkt. „Normalerweise kaufen die nur 2-3 Rentner am Morgen. Ich habe sogar schon mal überlegt, die Zeitung komplett abzubestellen. Aber heute waren alle Ausgaben innerhalb weniger Stunden vergriffen. Ob Rentner, Arbeitnehmer oder auch sehr junge Leute: Auf einmal wollte jeder die „Siegener Zeitung“ lesen.“, erzählt uns Franz Neus, Betreiber eines innerstädtischen Zeitschriftenladens.

Die Zugriffszahlen auf die Webseite der „Siegener Zeitung“ stiegen derart an, dass die Seite bis zum jetzigen Zeitpunkt mit technischen Problemen zu kämpfen hat. Die Falschmeldung hatte offenbar derartige Wellen geschlagen, dass Bürger tatsächlich davon ausgingen, die City-Galerie habe noch geöffnet.

„Dabei ist es doch so offensichtlich“, lacht Franz Neus noch gegen Ende unseres Gesprächs. „Alleine beim Namen ist doch wohl schon klar, dass da keine echten Nachrichten zu erwarten sind. Die Leute müssten nur Lesen können.“

Wie gut, dass dieses Problem bei bierSiegen nicht entstehen könnte. Hier gibt es einen Knopf, der die Artikel von einem professionellen Sprecher vorlesen lässt.

Berichten zufolge musste sich die Betreibergesellschaft der City-Galerie, die ECE Projektmanagement, sogar noch bei einigen verwirrten Bürgern entschuldigen, die in der falschen Annahme, das Einkaufszentrum habe geöffnet, zum Shoppen nach Siegen gekommen waren. Man überlegt offenbar sogar, rechtliche Schritte gegen das Blatt einzuleiten.

Ein kolossales Missverständnis. Ausgelöst von einem kleinen, unbedeutenden und unseriösen Medium von geringer Relevanz. Was für eine Provinzposse.