MLPD: Waldsterben für den Sieg des Kommunismus

terrorhurra

Wer in den vergangenen Tagen durch Siegen lief, konnte sich dem Gefühl, in die 1960er Jahre zurückversetzt worden zu sein, kaum entziehen. Überall hängen die Plakate der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Für die Landtagswahl fordert sie ein Ende der imperialistischen Aggression ,vermutlich gegen die Nachbarbundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz, die Befreiung der Frau (leider ist nicht klar, welcher), den allgemeinen Kampf gegen das System sowie Freiheit für Palästina. Hierzu soll es gerüchteweise auch bereits einen vorbereiteten Gesetzesentwurf geben, der dem Landtag im Falle eines Wahlerfolges vorgelegt werden soll. Besonders bemerkenswert ist ein Plakat, auf dem die Abschaffung des §129 (Bildung terroristischer Vereinigungen) gefordert wird.

Wer für die MLPD kandidiert, scheint zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ganz klar zu sein. Den Plakaten nach zu urteilen werden aber vermutlich Che Guevara oder Lenin (möglicherweise als Doppelspitze?) gegen Hannelore Kraft ins Rennen gehen.

Also nur eine weitere nicht ernstzunehmende Politsekte? Extremistische Ideologie, keine Wähler, keine Relevanz? Nicht ganz. Mit praktischen Inhalten zur Landespolitik glänzt die Partei zwar offensichtlich weniger, dafür ist sie in anderer Hinsicht umso bemerkenswerter.

Bei der Bundestagswahl 2013 kam die Partei laut SPIEGEL auf 24.219 Stimmen und damit 0.1% der Stimmen. Auf alle Wahlberechtigten in Nordrhein-Westfalen (13,1 Millionen) umgerechnet ergäbe das aufgerundet ein Ergebnis von 5.159 Stimmen. Die Zählungen unzähliger freiwilliger Helfer sind noch im Gange, doch Wahlforscher sind sich jetzt schon einig:

Die MLPD hat alleine in Siegen mehr Wahlplakate aufgehängt, als sie in ganz Nordrhein-Westfalen Wähler hat.

Eine bemerkenswerte Leistung. Läuft man durch die Weidenauer Fußgängerzone, könnte man fast glauben, das Ein-Pateien-System in Deutschland sei bereits eingeführt worden. Man fühlt sich ein wenig an die Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik erinnert. Mit besserer Lebensmittelversorgung, versteht sich. Eine Anfrage von bierSiegen, ob die Partei gedenke, sich für eine Aufnahme ins Guinness-Buch der Weltrekorde zu bewerben, blieb bisher unbeantwortet. Eine Frage stellt sich aber wesentlich drängender: Woher nimmt die Partei ihre schier unendlich scheinenden Wahlkampfmittel? Sind da etwa Spenden des Großkapitals im Spiel?

Fazit:

bierSiegen-Wahlempfehlung? Keine. Die MLPD ist offensichtlich völlig inkonsequent. Echte Staatsfeinde gründen eine terroristische Vereinigung, ohne vorher die gesetzliche Erlaubnis dafür zu fordern. Andreas Baader würde sich schämen.