“Raus jetzt, hömma!”: Kommt der SEXit?

Der Wahlsieg der CDU und der Misserfolg der Sozialdemokraten haben die Stimmen nicht leiser werden lassen. Im Gegenteil: Immer mehr Menschen sprechen sich für den sogennanten “SEXit” aus, den Austritt Siegen-Wittgensteins aus dem Land Nordrhein-Westfalen.

Als Ideengeber gilt “der Peter Lustig in böse”, Michael M.S. von der AfD Siegen. Die Idee verbreitete sich jedoch schnell auch im gemäßigten konservativen Lager. Inzwischen spricht sich sogar der Siegener Bürgermeister Steffen Mues für ein SEXit-Referendum aus.

Führende Politiker offen für Referendum

Mit Mues persönlich konnten wir nicht sprechen, allerdings stand sein Stellvertreter Jens Kamieth für ein kurzes Interview zur Verfügung. “Viele in der der CDU sind der Meinung, dass wir in Siegen-Wittgenstein ohne das Pleiteland NRW besser klarkommen”, erklärt er im Gespräch mit unserem bierSiegen-Reporter. “Ich meine, schauen Sie sich den Rest des Landes doch mal genau an. Schlechte Straßen, keine Industrie, keine Arbeit, keine Perspektive. Da kann man die Leute schon verstehen.” Angesprochen auf die Tatsache, dass es all diese Probleme auch z.B. in Wittgenstein gibt, zeigt Kamieth sich gelassen: “Jeden Monat zahlen wir rund 9 Millionen Euro, um den Maroden Kreisen im Land auszuhelfen. Ich halte es nicht für die schlechteste Idee, das Geld zuerst für unsere eigenen Leute einzusetzen. Vielleicht gibt es dann auch in Wittgenstein bald blühende Landschaften.”

Kreis gespalten

Während die Idee des SEXit in den Städten (besser: “der einen Stadt”, Anm.d.Lektorats) eher auf Unverständnis stößt, ist die Begeisterung im restlichen Kreis, insbesondere in Wittgenstein, umso größer. Wir sprachen mit einigen Menschen. “Schauen Sie sich doch mal um hier!”, fordert uns ein Passant auf der Straße auf. “Wir werden hier regelrecht überfremdet von den ganzen Hochdeutschsprechern aus dem Ruhrgebiet oder noch schlimmer aus Köln oder so. Die bringen Drogen, Kriminalität und Krankheiten. Wenn wir unabhängig wären, könnten wir endlich wieder selbst über unsere Grenzen bestimmen.” Eine ältere Dame pflichtet dem Passanten bei: “Unsere Werte sind in Gefahr. Dieser ganze Vereinheitlichungswahn zerstört unsere Identität.”

Repräsentative Umfragen zum Thema gibt es zwar noch nicht, doch Experten gehen davon aus, dass zum jetzigen Zeitpunkt die beiden Lager “Besser zusammen” und “Raus jetzt, hömma!” in etwa gleich stark sind. Das eigens zu diesem Zweck neu gegründete bierSiegen Umfrageinstitut für Wahrheit wird in Kürze verlässliche Zahlen liefern können.

Bahnhofsapotheke als SZB (Siegen-Wittgensteiner Zentralbank)?

Besonders spannend dürfte die praktische Umsetzung des SEXit werden. Ein Austritt würde mehrere große Fragen aufwerfen. Würde der Kreis im Falle eines Austritts als eigenes Bundesland existieren oder müsste die Aufnahme in ein anderes Land beantragt werden? Wäre der Kreis überhaupt noch Teil der Bundesrepublik? Und die wohl wichtigste Frage: Könnte der Euro weiter verwendet werden oder müsste man eine eigene neue Währung schaffen? Und wie könnte eine solche Währung aussehen? Denkbar wäre hier beispielsweise der bereits existierende “Siegener Taler”, der seit langer Zeit bei der Siegener Bahnhofsapotheke erhältlich ist.

Eine Anfrage seitens bierSiegen an die Siegener AfD nach einem Konzept für den SEXit wurde kurz und knapp per E-Mail beantwortet: “SEXit heißt SEXit.”

Diskutieren Sie mit uns! Halten Sie den SEXit für eine gute Idee und würden bei einem Referendum dafür stimmen? Oder denken Sie, die Situation ist gut, wie sie ist? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare hier auf bier-siegen.de oder auf unserer Facebook-Seite.