Nach schweren Brandschäden: Privatisierung und Mautgebühren auf der HTS?

Nach dem schweren Brand auf der Schemscheid, der schwere Schäden an der HTS verursachte, musste diese mehrere Tage für den Verkehr gesperrt werden. Dies führte überall zu Verspätungen und langen Staus. Bisher unklar bleibt dagegen die Höhe der Kosten für die nun begonnene Sanierung. Fest steht aber natürlich, wer dafür  aufkommen wird: Der Steuerzahler.

Doch es gäbe auch andere Modelle. Die Diskussionen um die Autobahnmaut und mögliche Privatisierungen, die noch immer auf Bundesebene geführt werden, erreichten im Zuge des Verkehrschaos rund um die HTS-Sperrung zunehmend auch die lokale Debatte.

Laut Informationen des SPIEGEL gab es Bestrebungen, durch eine „Autobahn AG“ Investoren zu gewinnen. Dabei sollte der Staat aber 50,1 % der Anteile behalten. Als erfolgreiches Vorbild für steigende Qualität und sinkende Preise durch Privatisierung wurde immer wieder die Deutsche Bahn AG ins Feld geführt, die 1994 durch die Fusion der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn entstand.

Diese Debatte wurde bisher nur im Bund geführt, jedoch betrifft sie selbstverständlich auch die Region, schließlich wird die HTS vom deutschen Staat betrieben. Besonders im Lichte der jüngsten Ereignisse halten immer mehr Menschen eine Privatisierung für sinnvoll: „Erst bauen wir eine Straße auf Staatskosten und anschließend verkaufen wir sie und ein deutsches Unternehmen verdient an den Mautkosten. Am Ende hat jeder etwas davon. Der Staat ist die teure Straße los, ein Unternehmen erwirtschaftet Gewinne und die Menschen dürfen gleich zwei Mal bezahlen, um ihrer Begeisterung für die tolle Dienstleistung Ausdruck zu verleihen.“, erklärt uns eine Vertreterin der Siegener FDP.

Beim Thema Maut ist man sich dagegen eher uneins. Anwohner und Menschen, die auf die HTS angewiesen sind, um täglich zur Arbeit zu kommen, zeigen sich von der Idee weniger begeistert. Ein möglicher Kompromiss wäre eine „Ausländermaut“ nach Dobrindt‘schem Vorbild: Alle müssen zahlen, Anwohner und Pendler werden aber später über die KFZ-Steuer entlastet.

Kritiker behaupten indes, eine Maut werde das Problem nicht lösen, sondern die Kosten auf unabsehbare Zeit eher in die Höhe treiben. „Da kann man das Geld ja gleich in den ÖPNV und die Schiene stecken und im 21. Jahrhundert ankommen. Das werden die Siegener Bürger aber nicht mitmachen, das prophezeihe ich Ihnen.“, sagt Peter Dreisbach vom Siegener Verband zum Erhalt der heimatlichen Motzkultur im Gespräch mit bierSiegen.

Was halten Sie von einer Privatisierung der HTS? Würden Sie eine Maut bezahlen? Diskutieren Sie mit auf Facebook oder hier auf bier-siegen.de!

 

Anm.d.Red: Der Steuerzahler stand für ein Gespräch mit bierSiegen leider nicht zur Verfügung.

Autobahn-Mautstation

So könnte es bald an der HTS-Auffhart Siegen-Mitte aussehen.

4 Kommentare

  1. Von mir aus könnt ihr machen was ihr wollt. Ich habe kein Auto und fahre nur Bus oder Bahn. Ohne Auto hat man auch Geld fürs Taxi. In der Stadt mit dem Auto fahren ist sowieso nicht intelligent.

  2. Mautgebühren würde sicherlich niemand befürworten. Am Ende bleibt abzuwarten, zu welcher Entscheidung man hier kommen wird.

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