NetzDG-Erfolg: Facebook schließt “Siegener Mädchenflohmarkt” wegen Verdachts auf Menschenhandel

Offenbar ist erneut ein Schlag gegen die Kriminalität im Siegerland gelungen. Diesmal jedoch nicht der Polizei, sondern einem einfachen Facebooknutzer aus Dreis-Tiefenbach.

Peter (Name geändert) möchte nicht erkannt werden. Seine Angst vor den Kriminellen ist zu groß. Am Freitagmittag hatte er die Facebookseite “Siegener Mädchenflohmarkt” wegen illegaler Aktivitäten gemeldet. Der Tatvorwurf wiegt schwer: Menschenhandel. „Die Täter haben einen irreführenden Namen für ihre Seite gewählt und so ihre kriminellen Machenschaften verschleiert“, erklärt er uns. „Aber ich bin sehr beruhigt, dass das jetzt ein Ende hat“.

Das im September 2017 erlassene “Netzwerkdurchsetzungsgesetz” (kurz “NetzDG”) verpflichtet Plattformen wie Facebook, rechtswidrige Inhalte zu entfernen. Andernfalls drohen saftige Strafen. Viele Webseiten haben daher ihre Meldefunktion um eine “Netz-DG”-Option erweitert. Diese Funktion nahm Peter im Falle des “Flohmarkts” in Anspruch. Facebook reagierte umgehend und sperrte die fragliche Seite. “Menschenhandel verstößt eindeutig gegen unsere Nutzungsbedingungen”, teilte man uns auf Anfrage mit.

Das NetzDG wurde bei seiner Einführung heftig kritisiert. Häufig wurde behauptet, Plattformen würden aus Furcht vor Sanktionen voreilig agieren und möglicherweise auch rechtlich unbedenkliche Inhalte entfernen. Dies sieht man bei Facebook nicht bestätigt. “Wir haben hier in Deutschland 3 sehr hoch qualifizierte und engagierte Mitarbeiter in diesem Bereich. Fehler sind praktisch ausgeschlossen”, erklärte man unserem Reporter per E-Mail.

Aus Angst, Opfer von Gewalttaten zu werden oder aus Rache auf dem “Siegener Jungsflohmarkt” verkauft zu werden, ist Peter abgetaucht und wohnt nun übergangsweise in einer konspirativen Wohnung seiner Großmutter, bis sich die Sache beruhigt hat.

 

Pervers: Über 7.000 Nutzer beteiligten sich offenbar am Mädchenhandel in Siegen.