Luxusurlaub statt Kohlebergbau: Lösung im Hambacher Forst gefunden

 

Seit Jahren kämpfen Aktivisten gegen RWE und für den Erhalt des Hambacher Forstes. Im Oktober vergangenen Jahres konnte bereits ein Teilerfolg verzeichnet werden. Das Oberverwaltungsgericht Münster ordnete einen Stopp der Rodungen an, da man keine Notwendigkeit für die Versorgungssicherheit feststellen konnte.

Doch es kommt noch besser. RWE und die Nordrhein-Westfälische Landesregierung verkündeten heute, auch in Zukunft komplett auf die Rodung verzichten zu wollen und stattdessen das große touristische Potenzial des Waldes zu nutzen. Noch im Laufe des Jahres, so Ministerpräsident Armin Laschet, solle das Gelände an den holländischen Investor Joris van den Bos verkauft werden, der bereits Investitionen in Höhe von mindestens 600 Millionen Euro angekündigt hat.

“Wir haben Großes vor”, lässt van den Bos über seine Pressesprecherin verlautbaren. “Seit Jahren schlafen Menschen dort bei Wind und Wetter ohne Komfort in ihren Baumhäusern. Stellen Sie sich doch einmal vor, wie viele Urlauber man mit beheizten Unterkünften und sanitären Einrichtungen anlocken könnte. Wir werden eine völlig neue Art der Naherholung für die Menschen schaffen.”

Der Plan: Im Hambacher Wald sollen neue, luxuriös ausgestattete Bungalows errichtet werden. Sauna und Pool inklusive. Ergänzt werden soll das Angebot mit geführten Wanderungen durch die unberührte Natur. “Wir schlagen ein neues Kapitel in der Geschichte des Tourismus in NRW auf”, freut sich Sandra Birkheimer, Vorsitzende der von der Landesregierung neu geschaffenen Kommission für die Gentrifizierung des Buchenwaldes (KGB).

Doch nicht nur für die Oberschicht soll etwas dabei sein. Die verbliebenen, nun überflüssig gewordenen Baumhäuser im Hambacher Forst sollen ausgebessert und als Unterkünfte für einen Abenteuerurlaub vermietet werden. Ein solches Wochenende soll schon ab 100€ pro Person erhältlich sein. Die Preise für die Luxusbungalows sollen je nach Lage zwischen 200€ und 300€ pro Nacht liegen.

Die Anreise möchte man möglichst einfach und komfortabel gestalten. Der aktuelle Entwurf eines KGB-Architekten sieht den Bau eines kleinen Bahnhofs mit zwei Gleisen am Waldrand vor. Von den Bahnhöfen in Köln und Aachen aus soll dann ein “Hambi-Express” zwei mal in der Stunde hin und her pendeln. Aktuell finden noch Verhandlungen mit der Deutschen Bahn statt. Des Weiteren sollen alle Wege zu den Bungalows geteert werden, um eine Anreise mit dem Auto zu ermöglichen.

Und auch die Versorgung mit Konsumgütern wird sichergestellt sein. Neben den Supermärkten LIDL und REWE haben mehrere Restaurantketten, darunter McDonald’s , Starbucks und Vapiano angekündigt, Filialen im Hambacher Forst eröffnen zu wollen, die den üblichen Einrichtungen in Sachen Komfort in nichts nachstehen sollen.

Klingt nach einer Win-win-Situation für alle Beteiligten. Es bleibt abzuwarten, wie die Menschen auf das neue Angebot reagieren werden. Was halten Sie von der Aktion? Würden Sie im Hambacher Forst Urlaub machen? Wir freuen uns über Ihre Meinung als Kommentar.