Neuer Rüstungswettlauf? Weidenauer Christuskirche wird Raketenbasis!

Nicht erst seit dem Ausstieg der USA aus dem sogenannten INF-Vertrag geht in der Welt die Angst vor einem neuen Wettrüsten um. Immer häufiger werden Stimmen laut, die fordern, Europa müsse sich wappnen für einen neuen „Kalten Krieg“.

Die Stadt Siegen präsentiert sich als Vorreiter und bemüht sich um innovative Lösungen. Man möchte die Christuskirche auf dem Weidenauer Giersberg als Basis für eine Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite von bis zu 3.000 km zur Verfügung stellen.

Der Bundesverband brutalistischer Architekten (BBA) äußerte keine Bedenken. Die Bauweise eigne sich perfekt für eine Raketenbasis. Von einer Gefahr für die Bausubstanz sei (außer im Falle eines Abschusses) nicht zu rechnen. Zudem könne die Anlage eine gelungene Ergänzung für das Kirchengebäude darstellen. Die Gottesdienste könnten wie gehabt stattfinden. „Ein Teil der Orgel müsste möglicherweise dem Raketentriebwerk weichen“, erklärt Barbara Listik vom BBA. „Aber ich bin sicher, dass sich auch hierfür kreative Lösungen finden lassen.“

Auf den Tourismus könnte sich die Basis positiv auswirken. Vom Status Siegens als einzige Stadt der Welt, die eine Raketenabschussrampe in einer Kirche betreibt, verspricht sich der Touristikverband Siegerland-Wittgenstein viele neue Besucher für die Region. Der Stadtrat streitet allerdings derzeit noch darüber, ob die Stadt diesen Status nicht bereits vorher besessen habe. „Siegen braucht vieles, aber keine weitere Abschreckung“, heißt es aus der Fraktion der Grünen.

Die heftigste Kritik kommt indes von der betroffenen Kirchengemeinde. „Es handelt sich hier um eine Abschussrampe für Seelen, nicht für Raketen“, lässt das Presbyterium verlautbaren.

Befragungen der Bürger ergaben ein gemischtes Bild. Während viele entsetzt reagierten, zeigten sich andere umso gleichgültiger. „So lange die mir kein Windrad vor die Tür stellen, ist mir das relativ egal“, sagte zum Beispiel ein älterer Herr aus der Nachbarschaft.

 

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