Kurz nachgefragt: Die „Christenpest“

 

Unter dem Titel „Kraftvolles Zeugnis für die Bibel“ berichtete die regionale Hauspostille „Siegener Zeitung“ am 20. November 2019 über eine Reihe von Vorträgen im Gemeindezentrum der Stadtmission Siegen-Hammerhütte, darunter auch die Ausführungen des Psychologen Markus Hoffmann, dessen „Institut für dialogische und identitätsstiftende Seelsorge und Beratung“ verspricht, homosexuelle Männer zu behandeln und von ihrer Sünde zu befreien.

Mehrere Ungereimtheiten tun sich auf. Die offensichtlichste Frage (Warum liefert eine Zeitung, deren Mitarbeiter sich (vermutlich) als Journalisten bezeichnen, Hofberichterstattung für einen durchgeknallten Scharlatan?) stellt sich von selbst. Darüber hinaus würden wir jedoch auch gerne unser Unverständnis über die Verwendung des Begriffes „Christenpest“ zum Ausdruck bringen.

Herr Hoffmann nutzte dieses Wort in seinem Vortrag, um das Phänomen der Homosexualität zu beschreiben. Wir finden dies irreführend. Zunächst einmal dürfen wir hierzu erleichtert feststellen, dass diese „Pest“ kein exklusives Vergnügen für Christen darstellt, sondern auch vor Angehörigen sämtlicher anderer Religionen und selbst Atheisten nicht Halt macht.

Viel irritierender ist jedoch, dass Herr Hoffmann hier ein bereits existierendes Wort völlig zweckentfremdet. „Christenpest“ ist ein uralter Begriff aus dem Siegener Volksmund und beschreibt im Allgemeinen die unverhältnismäßig große Verbreitung evangelikaler, freikirchlicher Hirnwäscheinstitute, die versuchen, den öffentlichen Raum in der Region zu unterwandern und vor denen man dieser Tage nicht einmal mehr beim Rauchen vor der Kneipe sicher ist.

Lieber Herr Hoffmann, da sich nun abzeichnet, dass das von Ihnen betriebene Geschäftsmodell in Zukunft (Gott sei Dank!) illegal sein wird, möchten wir Ihnen einen Vorschlag machen. Sie verzapfen zwar zu 99% Unsinn, doch Sie haben eine richtige Beobachtung gemacht. Sie stellten in Ihrem Vortrag fest, „welche Not bei vielen jüngeren homosexuell Empfindenden vorliege“. Tragen Sie dazu bei, diese Not zu lindern. Schließen Sie Ihr Institut (müssen Sie sowieso bald) und spenden Sie das Geld, das Sie Ihren Opfern abgezockt haben, an den Siegener CSD. Vielleicht sehen wir uns im nächsten Jahr sogar dort. Wir sind ziemlich sicher, es ist lustiger, ein ex-katholischer Schwuler zu sein, als ein ex-Schwuler Katholik.

Heillos der Aufklärung verschrieben verbleiben wir mit freundlichen Grüßen

bierSiegen